2020

Ich möchte den Krieg nicht malen, sondern lieber etwas Schönes“, sagt Wessam Alotba. Der 17-Jährige floh vor zwei Jahren mit seiner Familie aus Syrien nach Deutschland. „Als ich nach Deutschland kam, konnte ich mit niemanden reden, weil ich die Sprache nicht konnte. Seine Schwester gab ihm den Tipp zu malen. „Ich fing an und merkte: Das ist es. Die deutsche Sprache hat er inzwischen fast fehlerfrei gelernt.

 

Am liebsten malt der Teenager Porträts. Wessam zeigt das z. B. Bild einer Frau. Ihre dunklen Augen sind voller Trauer. Sie hat einen Strick um den Hals. „Das ist eine Frau, die im Syrien-Krieg ihre vier Kinder verloren hat“, erklärt Wessam Alotba. Das Motiv aus dem Krieg ist allerdings die Ausnahme! Seine Bilder sind bunt, voller Leben, wie eine Absage an den Krieg: Ein Tango tanzendendes Paar, die Frau mit den Zöpfen, der Braunbär, der den Eisbär küsst, ein Stillleben mit Weinglas.

 

Wessam Alotba wurde in Kuwait geboren. Seine Familie zog 2010 nach Syrien und kam später auf abenteuerlichen Wegen nach Deutschland. Jetzt wohnt er mit seinen Eltern und Geschwistern in Sereetz. Er geht in die 11. Klasse einer Gesamtschule. Abitur will er machen, und Malen will er weiter. „Das ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.“

 

Die Vernissage findet am 20.8. um 19 Uhr statt. Die Ausstellung ist geöffnet vom 20. bis 23. August, Do./Fr. 15 - 18 Uhr und Sa./So. 11 - 16 Uhr.