"Bloß nicht rot werden! Da fallen sie über sich her. Körper ineinander, übereinander, verschmelzen, lösen sich, kokettieren und kopulieren. Love Shots! Es bedarf nur weniger Pinselstriche, kräftiger Farben und der Kunst durch Weglassen, Aufbrechen, dem Akt Leben einzuhauchen. Schwungvolle Linienführung erfordert große Bildformate. Irgendwo zwischen Kubismus und Urban Art zeigt uns der Künstler unverstellt, unverschämt…den Akt!"

So beschreibt Afro in eigenen Worten die Bildsprache seiner meist großformatigen Malereien. Seit Jahren und Jahrzehnten ist die ganz eigene Linienführung des ehemaligen Berliners wiedererkennbar, unverwechselbar. Wer nicht weiß, was seine Bilder darstellen und ganz unbedarft nichtsahnend diese betrachtet, nimmt manchmal nur schöne schwungvolle Flächen und leuchtende Farben wahr. Wer aber genau sieht, erkennt ästhestische Körper im Fluss der Hingabe.

Der Vernissage ist am Dienstag den 13.11. um 20 Uhr. Sie wird begleitet durch Lennart Pantarhei und die Band Garage 21, die Rock mit Marzipangeschmack spielt, sowie der Spoken Word Performer Lukas Thorn. Die Ausstellung ist dann weiterhin geöffnet bis zum 22.11.2018, jeweils Do./Fr. 15-18 Uhr und Sa./So. 11-16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Bei der Vernissage ein volles Haus und ein prominenter Gast:

Seit 12 Jahren arbeitet und lebt der Minimalist Afro gleichzeitig in seinem durch und durch weißen Atelier in der Lübecker Innenstadt. Es gibt außer einem weißen Klapptisch und 3 weißen Klappstühlen, 3 an der Wand lehnenden weißen Matratzen keinerlei Möbel, keinerlei Deko. Der Maler ist sich selbst genug und nichts lenkt ihn ab von seiner Leidenschaft die Bilder in seinem Kopf auf die Leinwand zu bringen. Aus der Küche, die auch komplett weiß ist und fast unbewohnt aussieht, zaubert Afro aus einer Ecke mehrere große Malereien hervor und verteilt sie im Atelier, die durch das karge Ambiente 1000prozentig zur Wirkung kommen.

Sein Werdegang liest sich beeindruckend. 1977 im Kunsthaus Lübeck verschiedene Graphik -und Drucktechniken erlernt, 1979 Karrikaturen für Zeitungen und Parteien, dann Comics für Fanzines. Ab 1986 in Berlin Theater- und Kirchenmaler und freier Maler, 1987-91 Politisches Straßentheater mit mehreren Kulturpreisen, Publikationen und Ausstellungen. Dann Ausbildung zum Bühnen- und Kostümbildner, zum Veranstaltungstechniker, zum Kameraassistenten, Gestaltung von Großraumdiscotheken, Filmsetbauten. 2016 erste Dauerausstellung zum Thema Flüchtlinge bei der Bundesagentur für Arbeit. Weitere Ausstellungen: St. Annenmuseum, La Cucina, Theaterhaus Lübeck, Temporary Showroom, Schattiner Kunstfest, Offene Kunst Mecklenburg, Offene Ateliers Kunsttankstelle Defacto Art.

Vom 13.11.2018 bis zum 22.11.2018 zeigt Afro die aktuelle Entwicklung seiner unverschämten, farbenfrohen und doch minimalistischen Malerei.

Auf youtube gibt es kurze Ausschnitte der Musik von von Lennart Pantharei und von Lukas Thorn, die bei der Eröffnung auftreten.

Zu der Ausstellung gibt es auch ein Video.