Der AMEOS Kunstpreis-Wettbewerb richtet sich an alle künstlerisch tätigen Patienten und Bewohner mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung, die in einer AMEOS Einrichtung leben oder dort betreut und behandelt werden. 73 von 173 eingereichten Arbeiten wurden in einer Ausstellung in Neustadt vorgestellt, Kriterien zur Auswahl waren der künstlerische Ausdruck, die Individualität der Werke sowie die handwerklichen Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber. Eine prominente Jury aus dem Kunst- und Kulturbereich wählte unter diesen Gesichtspunkten drei Preisträger.

Nach der großen Ausstellung in Neustadt sind die Arbeiten an mehreren Orten in Deutschland zu sehen, nun ca. 50 auch in Lübeck.

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, den 11. Juli um 19:00 Uhr, in der Kunsttankstelle, Wallstraße 3-5. Die Preisträger und auch andre Künstler werden anwesend sein. Die weiteren Öffnungszeiten sind Dienstag-Freitag 13-18 Uhr und Samstag/Sonntag 12-17 Uhr, bis zum 21.07.

Bereits zum fünften Mal hat die AMEOS Gruppe 2018 zur Teilnahme am großen  Kunstpreis-Wettbewerb aufgerufen. Er richtet sich an alle künstlerisch tätigen Patienten und Bewohner mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung, die in den AMEOS Einrichtungen deutschlandweit leben bzw. dort betreut und behandelt werden.

Aus den insgesamt 173 eingereichten Arbeiten wurden 73 Werke für die Wettbewerbs-Ausstellung nominiert und im März in einer großen Ausstellung im Hans-Ralfs-Haus für Kunst und Kultur in Neustadt der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine 5-köpfige Jury aus dem Kunst- und Kulturbereich, bestehend aus Dr. Thorsten Rodiek, (ehemaliger Museumsdirektor der Kunsthalle St. Annen, Kulturstiftung der Hansestadt Lübeck), Anja Es (bildende Künstlerin, Performerin und Galeristin), Elmar Gehlen (Künstler, Schauspieler, Bühnenbildner und Regisseur), Martina Feldmann (Künstlerin und Kostümbildnerin) und Rolf Ohst (bildender Künstler), begutachtete im Laufe der Ausstellung die Arbeiten und ermittelte drei Preisträger.

Kriterien zur Auswahl der Arbeiten waren dabei nicht therapeutische Gesichtspunkte sondern allein der künstlerische Ausdruck, die Individualität der Werke sowie die handwerklichen Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber. Zudem wurden auch die Ausstellungsbesucher  im Neustädter Hans-Ralfs-Haus um ihr Urteil gebeten und ein zusätzlicher Publikumspreis ermittelt, der ebenso wie die drei Preisträger am Ende der Ausstellung im Rahmen einer Finissage feierlich bekannt gegeben wurde.

Seit Mai sind die eindrucksvollen Arbeiten im Rahmen einer Wanderausstellung an unterschiedlichen Orten in ganz Deutschland zu sehen und erstmalig auch in Lübeck.

Die Welt der Kunst ist so vielfältig wie die Menschen, die sie schaffen. Kunst und Kreativität leben von der Begegnung, dem Gedankenaustausch und dem Nachdenken über unterschiedliche Positionen. In diesem Sinne möchte der AMEOS Kunstpreis einen Beitrag zu mehr Akzeptanz, Offenheit und Aufklärung in der Gesellschaft leisten.

S. hierzu auch den Artikel in den Lübecker Nachrichten.

Fotos von der Vernissage:

Die Künstlerinnen Iris Frahm und Silvia Conrad sind Mitglieder von Defacto Art und haben ein gemeinsames Thema gefunden. Mit unterschiedlichen Perspektiven vertreten sie eigene Positionen: Während Iris Frahm in ihren Bildern und Skulpturen zu freier Inspiration des Betrachters einlädt, möchte Silvia Conrad mit dem Blick in die Natur verschiedene Facetten der Spachteltechnik zeigen. Die besonderen Materialien und Materialkombinationen sind vielseitig, ausdrucksstark und von hoher handwerklicher Qualität. Die ungewöhnliche Sicht beider Künstlerinnen macht neugierig auf die Schaffensart und die Umsetzung.

Die Ausstellung wird am 22.07. um 17 Uhr eröffnet. Bis zum 30.07. ist sie täglich von 14-19 Uhr geöffnet.

Iris Frahm erlernte ab 2002 den Umgang mit verschieden Materialien und Techniken bei renommierten Kunstdozenten wie Heinrich und Marianne Brand, Gerhard Backschat und Gerard Walther. Später folgten Kunststudien in Italien und am Dänischen Fjord. Eine Ausbildung in speziell Bildhauerei 2004-2010 erfolgte bei den renommierten Kunstdozenten Sven Schöning und Claus Görtz.

Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen die Natur und der Mensch. Ihre Skulpturen sind vorwiegend aus dem Material Gips gearbeitet. Die Bilder stellt sie mit Acryl und Collagen her. Die Malerei ist mit den Skulpturen eng verbunden und lädt zur freien Inspiration ein.

Silvia Conrad fertigt ihre Bilder ausschließlich mit Spachtel und Malmesser. Die reliefartigen Strukturen entstehen durch Experimente mit Mörtel, Sand, Pigmenten und Kalk. „Ich fange an mit einer Linie, einem Punkt. Alles geschieht von allein und ohne Anstrengung. Meine Bilder sollen auf den Betrachter einwirken. Die natürlichen Materialien beruhigen und fügen sich harmonisch in ihre Umgebung ein.“

 

Juli - August 2018

Kunst: Wer hier nur an Bilder und Skulpturen denkt, für hunderte oder tausende oder noch mehr €, liegt falsch. Kunst soll unabhängig sein von Größe, Gestaltung und Preis! Und Kunst soll nicht nur auf Ausstellungen in Museen und zu festen Uhrzeiten sichtbar und zu hohen Preisen käuflich  sein. Die Lösung: der Kunstautomat! Seit dem 24.03. gibt es ihn in der Wallstraße 3-5, außen an der Kunsttankstelle. 

4  € kostet es, aus dem Automaten eine zigarettengroße Schachtel zu ziehen. Enthalten sind Arbeiten von Defacto-Mitgliedern und anderen, auch überregionalen Künstlern, zusammen mit einem Beipackzettel.

Erfunden wurden die Kunstautomaten schon vor mehreren Jahrzehnten, und sie haben es schon auf eine Documenta geschafft. „Kunstautomaten entstanden aus der Überlegung heraus, wie wir eine neue Schnittstelle zwischen Künstlern und Kunstinteressierten schaffen können“, schreiben die Erbauer des Lübecker Automaten, und „unser Ziel ist es, durch den Kunstautomaten die Kunst wieder in unser tägliches Lebensumfeld zu bringen“.

Bekannte und weniger bekannte Künstler stellen Unikate oder Kleinstauflagen von Kunstwerken her, welche in eine Schachtel in Zigarettenpackungsgröße passen. Bilder, Plastiken, Keramiken können das sein. Deutschlandweit  gibt es schon viele Kunstautomaten. Hergestellt und angebracht wurde der Lübecker Automat von Andreas Petzke vom Kunsthaus Oschersleben, die Aufstellung hat Inken Kramp vermittelt.

Wenn sie mal in der Gegend sind: Schauen Sie ihn sich an und lassen Sie sich überraschen!

Zu den Kunstautomaten gibt es auch einen 2 1/2 minütigen Film auf ZDF Heute plus